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Purpose, Purpose, Purpose…

Wenn die Marketingbranche über eins gesprochen hat in dieser Pandemie, dann war es Purpose. Das Marketing-Corona-Buzzword schlechthin.

Die Daseinsberechtigung deines Produkts wird im Angesicht einer Pandemie lächerlich irrelevant. Purpose muss her.

Du hast es in den letzten 10 Jahren nicht geschafft, das Vertrauen deiner Konsumenten zu gewinnen und in der Krise werden sie „untreu“. Purpose muss her.

Du hast die Hälfte deines Teams entlassen. Zuerst Mütter und Frauen in Elternzeit. Und jetzt hat auch noch die Presse davon Wind bekommen. Purpose muss her.

Dabei ist die Auseinandersetzung mit dem Thema für Unternehmen natürlich essentiell. Ich finde nur die Reihenfolge, in der viele Unternehmen ihre Hausaufgaben machen etwas fragwürdig. Aber – das steht auf einem anderen Blatt.

Stichwort: Authentizität

In meiner „Doppelrolle“ als Führungskraft und Geschäftsführerin weiß ich, wie anspruchsvoll das Thema ist, aber auch, wie einfach es ist, sich hier in die Tasche zu lügen. Die Diskrepanz zwischen „was wären wir gerne“ und „was sind wir“ ist oft erschreckend groß. Das Fatale daran ist: Der Kunde merkt das. Innerhalb weniger Sekunden. Da werden heilige Parolen in die Welt geschrien, aber im Tun zeigt sich eigentlich was ganz anderes.

Dabei ist in dieser transparenten und von Informationen überfluteten Welt nichts wichtiger als Authentizität. Sie wird nicht umsonst aus allen Megafonen gepredigt.

Und authentisch ist man eben nur, wenn Aussagen und Handlungen zusammenpassen.

Mir macht es darum Bauchschmerzen, wenn Marketer sich in ihren Brainstorm-Meetings und Workshops wochenlang überlegen, was denn der Purpose ist und welche Values man sich jetzt mal auf die Fahne schreiben möchte, weil das gerade so wichtig ist.

Da wird dann losgerannt und den Mitarbeiter:innen erzählt, welche Werte jetzt bitteschön gelebt und vor allem ganz, ganz laut kommuniziert werden.

Ich finde, diese Sache wird viel zu verkopft angegangen. Purpose, Value, USP. Für uns sind das alles Dinge, die eben nicht nur mit dem Kopf entschieden werden, sondern auch mit dem Bauch. Kann ich das nachempfinden, wenn ich da „hinfühle“? Löst es was in mir aus?

Wahre Values kommen von innen

In meinen Augen ist die wichtigste Brille, durch die man auf der „Suche“ nach den Werten des Unternehmens gucken sollte, die der Empathie. Verstehe ich die Probleme dieser Welt? Unabhängig davon, ob das Probleme sind, die ich auch habe.

Für uns war Empathie der Schlüssel, der uns zu unseren Values gebracht hat.

Und auch, wenn wir kein Riesenkonzern sind, sondern ein überschaubares Team. Und auch, wenn (noch) fast niemand unseren Namen kennt.

Unsere Values sind das, was uns jeden Tag die Frage nach dem „Richtig oder Falsch“ beantwortet. Untereinander und in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Sie sind aus uns selbst heraus entstanden. Nach und nach haben sie sich herauskristallisiert und sind heute ein wichtiger Teil unserer DNA. Aber das Wichtigste ist – sie sind und werden geprägt von den Menschen, die in dieser Agentur arbeiten. Von ihren tiefen Überzeugungen und von ihrer Sicht auf einen fairen, respektvollen und wertigen Umgang.

Das funktioniert, weil wir alle das gleiche Ziel erreichen wollen. BUILDING DIGITAL CAMPAIGNS PEOPLE TALK ABOUT.

Das sind unsere 4 Values:

SPEED

Für eine Social First Agentur ist Speed eines der wichtigsten Assets. Und für Kunden, die Socials bespielen, umso mehr. Aufmerksamkeit ist die Währung unserer Zeit und die kommt manchmal ganz schnell. Ist aber auch mindestens genauso schnell wieder weg. Für Konzerne mit komplexen Strukturen ist das eine riesige Herausforderung. Für uns gehört Real Time Content und den aufregendsten und herausforderndsten Dingen in unserem Arbeitsalltag. Wir haben uns in diesem Zuge auch gefragt, inwieweit wir das Thema Qualität aufgreifen sollen. Denn schnell ist ja schön. Aber manchmal auch nicht gut.
Wir haben uns dazu entschieden, Selbstverständliches nicht aufzuplustern. Unsere Qualität kann man auf den Accounts sehen, die wir betreuen. Man sieht sie in unseren Cases und hört es, wenn man unsere Kunden nach den echohelden fragt.

EMPATHY

Der Schlüssel, der für uns in fast allen Fragen die richtige Antwort liefert. Wir arbeiten mit Menschen. Nicht mit Konzernen oder Marken. Man kann Korrekturschleifen, abgesagte Kampagnen, gekürzte Budgets, Projektänderung als ätzend und scheiße und nervig empfinden. Aber viel besser ist es doch, wenn man immer im Hinterkopf behält, dass beide Parteien das Gleiche wollen. Im Endeffekt einen guten Job abliefern und gemeinsame Ziele erreichen. Und ja, auch wir lieben den Satire-Account @agentur_boomer, aber so einfach darf man es sich in meinen Augen nicht machen. Komplexe Strukturen, Missverständnisse und fehlende Wertschätzung sind Dinge, die man bei seinen Entscheidungen und seinem Handeln berücksichtigen muss. Unsere Kunden sind nicht die Bösen, die schon wieder was von uns wollen. Und das sehe nicht nur ich so. Jeder Einzelne aus dem Team hat echte Empathie für unsere Kunden.

SIMPLICITY

Diese Welt ist schnell. Sie ist laut. Sie ist kompliziert. Die Social-Welt ist schneller, lauter, komplizierter. Wir sind das nicht. Meistens schaffen wir das, indem wir Dinge einfach sein lassen. Manchmal schaffen wir das, indem wir Sinn und Unsinn der Dinge hinterfragen und gleichzeitig das akzeptieren, was wir nicht ändern können. Vielleicht ist das auch ein bisschen unser Hang zum Pragmatismus, der da durchkommt. Aber wer Teil unseres Teams ist, der benutzt sein Gehirn. Einfachheit bedeutet eben auch, immer wieder zu hinterfragen, ob das, was man tut, Sinn ergibt.

EFFICIENCY

Ein Value, der sich in vielen Ebenen unseres Tuns widerspiegelt. Ein Fernsehsport oder ein Plakat ist etwas anderes als eine Social Ad. Die Relevanz einzelner Assets ist gering. Schwung bekommt das Ganze erst mit einer gewissen Masse und die bekommt man nur mit Effizienz auf die Straße. Das Volumen und das schiere Ausmaß an benötigtem Material, um in der Social-Welt gehört und gesehen zu werden, ist unfassbar groß.

Was man ins Universum hinaus schreit, das kommt zu einem zurück. Durch unsere Values ziehen wir außerdem auch nur die Menschen an, die sich mit diesen Dingen identifizieren können und wenn das nicht Win-Win ist, dann weiß ich auch nicht.

Liebe Grüße

Eure Julia