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Alles, nur nicht fancy

Alles, nur nicht fancy. Das steht in fetten Lettern auf unserer Webseite und hat sich in unsere Retina eingebrannt wie eine schmerzende Sonnenreflektion. Fast schon traurig, aber eher ungewöhnlich für Agenturen.

Als die echohelden vor zwei Jahren gegründet wurden, war das unser Credo. Und entstanden ist es aus der Beobachtung, dass die Branche sich größtenteils um sich selbst dreht. 

Mit ihren Awards, pompösen Office-Bauten und verrückten Firmenfeiern, von denen man sogar außerhalb der Bubble Wind bekommt.Feinste Business Meetings in Fünf-Sterne-Restaurants, teure Kundengeschenke, absurde Reisen. Aber lasst uns nicht davon reden. Lasst uns von dieser riesigen Scheiße reden, in der wir gerade alle stecken. 

Die haben’s gut

Gefühlt ist das für uns (also die echohelden) Meckern auf hohem Niveau, denn das digitale Marketing hat in der Corona-Krise einen vergleichsweise kleinen Dämpfer bekommen. Trotzdem. Wir glauben, die fancy Zeiten sind vorbei. Sie müssen es einfach sein. Schon allein aus der Tatsache heraus, dass fancy im Endeffekt immer der Kunde zahlt. Und der hat aktuell wahrlich andere Probleme. 
Auf einmal sind da ganz andere Erwartungshaltungen auf Kundenseite. Abgesehen von der messbaren Qualität der Werbemaßnahmen kommen neue Disziplinen dazu. Kurze Wege, schnelle Entscheidungen und Umsetzungen, pragmatische Ansätze. 

Jetzt ist nicht die Zeit für verrückte Experimente, die zwar dem Head of Creative einen Orgasmus bescheren, aber den Kunden im Endeffekt nur Geld kosten und einen Artikel in der Horizont bringen. Die Werbebranche… Das war mal ein People Business. Ein Business in dem man sich wirklich um die Überflieger der Branche bemüht hat. Nicht, indem man sie sich einkauft, sondern indem man sie sich verdient. Mit Wertschätzung und Offenheit. Mit Mut und einer Ja-Mentalität

It’s obvious, liebe Agenturen

Ja, vielleicht sind Agenturen eine Sparte für sich. Es hat schon ein besonderes Flair. Das wissen wir und mit Sicherheit wollen wir hier auch nichts entromantisieren. Aber genau so, wie sich unsere Kunden, Lieferanten und sogar der Großteil der Privatmenschen auf das Wesentliche konzentrieren, genau so sollten wir Agenturen das nun auch tun. 

Das heißt nicht, dass die Krise eine Ausrede sein sollte für Innovation. Im Gegenteil. Sie muss der Motor sein. Aber immer mit dem richtigen Warum im Hinterkopf.

Und das richtige Warum kann vieles sein, aber eins haben sie alle gemeinsam – am Ende steht der Erfolg für den Kunden. Sorry to say the obvious. Aber irgendwie ist das ein bisschen verloren gegangen.

Oder es ist vielleicht in den letzten Jahren erst so richtig zum Vorschein gekommen, dass es gar nicht SO obvious ist? Die digitale Welle macht die Dinge messbar und damit die Unzulänglichkeiten der Agenturen sichtbar. Das ist okay, solange die Budgettöpfe voll sind. In einer weltweiten Krise wird diese Tatsache allerdings zu einer peinlichen Offenbarung für die einen und zu einem guten Moment für die anderen.

Eine Prognose in Sachen Krise können wir natürlich nicht abgeben. Zumal die Digitalbranche ja, wie bereits oben geschrieben, noch zu den Playern gehört, die am besten weggekommen sind. Darauf eine Schweigeminute für alle Agenturen mit Spezialisierung auf TV, Print und Out of Home <3

Für die echohelden konkret zeigt sich in der Krise, dass wir zum Glück von Anfang an den richtigen Riecher hatten. Und wenn der Wind sich wieder dreht, dann ist unsere Nase hoffentlich immer noch fein genug, auch diesen Braten dann rechtzeitig zu riechen.

We will see

Eure echohelden